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Hier finden Sie Informationen, wie Sie die Herkulesstaude / den
Riesenbärenklau in ihrer Ausbreitung stoppen können.
Stauden melden: Zuständig für die Bekämpfung sind die örtlichen Unteren Naturschutzbehörden bzw. die Grünflächenämter in Ihrer Gemeinde.
1. Einleitung
7. Mähen
8. Abschlagen
9. Abstechen
10.Herbizide
11.Fräsen
Einleitung
In zunehmender Zahl stehen Naturschutzverbände, Grünflächenämter und Grundstücksbesitzer vor dem Problem der starken Ausbreitung der Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum) und damit vor der Notwendigkeit von Gegenmaßnahmen. Aus Einzelpflanzen, an deren imposantem Anblick man sich noch erfreuen kann, gehen im Verlauf weniger Jahre umfangreiche Bestände hervor, die einzudämmen erheblichen und von Jahr zu Jahr wachsenden Arbeitsaufwand erfordert. Auf die davon ausgehenden Gefahren, nämlich die Hautverbrennungen
beim Menschen, die Giftigkeit und die Verdrängung der einheimischen
Pflanzen, soll hier, weil bekannt, nicht näher eingegangen werden. Es wird vermutlich auf keine Weise gelingen, die Herkulesstaude wieder
ganz aus unserer Landschaft zu vertreiben. Wenn man daraus die Folgerung
ableitet, gar nichts zu tun oder die Eindämmung auf Kinderspielplätze,
Natur- und Landschaftsschutzgebiete und deren Umgebung zu beschränken,
unterschätzt man die Ausbreitungsfähigkeit der Pflanze. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen vor allem mit folgenden
Doldenblütlern: Die Ähnlichkeit mit der Herkulesstaude besteht bei diesen Pflanzen in der großen Blütendolde und dem Samenstand. Die Unterscheidungsmerkmale, nämlich die Größe und Blattformen, können hier nicht aufgezeigt werden. Im Folgenden werden stichpunktartig Erfahrungen mitgeteilt, die aus
mittlerweile fünfzehnjähriger Bekämpfungsarbeit hervorgehen. 1. Es muss wirksam sein, d.h. zum Absterben der Pflanze bzw. Samen führen und damit zum Erlöschen des Bestandes. 2. Es muss möglichst zeit- und kraftsparend sein. 3. Es muss möglichst ungefährlich im Hinblick auf Hautverbrennungen sein. Planung der BekämpfungAm Anfang sollte die Erfassung der Lage und ungefähren Größe der
Bestände stehen, um sie während der arbeitsintensiven Zeit vollständig
kontrollieren und bearbeiten zu können. Auch Einzelpflanzen, hinter denen
sich bei genauerem Hinsehen oft weitere Jungpflanzen "verstecken", werden
aufgelistet. Die Vorgehensweise, ob Samenstandsentfernung oder Graben, muss je
nach der verfügbaren Zeit entschieden werden. Bei Großbeständen von Hunderten oder Tausenden Pflanzen ist die Samenstandsentfernung Mitte Juli der Königsweg. Mit verh. geringem Aufwand an Arbeitskraft und -zeit können die Pflanzen "unschädlich" gemacht werden , d.h. die Aussamung wird verhindert und die Mutterpflanzen sterben ab. Der sichtbare Erfolg stellt sich allerdings erst nach einigen Jahren ein. Die Entfernung muß für mehrere Jahre wiederholt werden, bis die letzten Pflanzen ausgegraben werden können.
Kleidung und WerkzeugBei allen Arbeiten müssen geschlossene Kleidung, lange Arbeitshandschuhe und feste Stiefel getragen werden. AusgrabenDie wichtigste Bekämpfungsmaßnahme ist das Ausgraben . Tiefere Wurzelteile treiben nicht wieder aus, sondern verrotten im Boden. Die Pflanzen werden nach Abschütteln der an den Wurzeln haftenden Erde so zum Vertrocknen ausgelegt, dass die Wurzeln den Boden nicht berühren, z.B. auf eine Plastikfolie oder über einen Ast. Um das Austrocknen zu beschleunigen bleiben die Blätter an der ausgegrabenen Wurzel. Wenn das Trocknen nicht möglich ist, können die Wurzeln von den Blättern abgeschnitten und über den Restmüll oder die Hitzekompostierung entsorgt werden. Ist das vor Ort nicht möglich, muss entschieden werden, ob die Pflanzen an anderer Stelle getrocknet oder die Wurzeln abgeschnitten und in einem Plastiksack in den Restmüll gegeben werden.Auf diese Weise kann eine Person in einer
Stunde 100 bis 200 ein- bis zweiblättrige nicht blühende Pflanzen
ausgraben. Abschneiden des SamenstandesWenn die Mitteldolde schwere, grüne Samen ausgebildet hat, können mit einem Arbeitsgang sowohl die Mutterpflanze als auch ihre Samen unschädlich gemacht werden. Dazu wird der gesamte Blüten- bzw. Samenstand - die Nebendolden befinden sich zu diesem Zeitpunkt oft noch in voller Blüte - so hoch wie möglich abgeschnitten und in Einzeldolden zerlegt. Samentragende Dolden müssen gesammelt und entsorgt werden. Blühende Dolden können auf den Boden fallen gelassen werden, wo sie verwelken. Die Mutterpflanze muss stehen bleiben und stirbt im Spätherbst ab, so wie sie es bei Samenreifung und -fall getan hätte. Auf diese Weise kann eine Person in einer Stunde 30 bis 40 Samenstände abschneiden und zerlegen. Die Mutterpflanze bleibt stehen und stirbt im folgenden Winter ab. Je nach Standort und Klima werden die Samen Anfang bis Mitte Juli die nötige Reife haben. Schneidet man zu früh, kommen Nachblüten, bei zu spätem Schneiden fallen die Samen herunter. Entsorgung der SamenZu dem Zeitpunkt, an dem das Abschneiden der Dolden empfohlen
wird, sind die Samen so weit entwickelt, dass sie auch getrennt von der
Pflanze zur Keimfähigkeit weiterreifen können; sie müssen also so
beseitigt werden, dass daraus keine neuen Pflanzen keimen. Als geeignet für die Lagerung größerer Samenmengen haben sich Bigpacks erwiesen, weil sie unzerreißbar sind und die Schlaufen zusammengebunden werden können. Sie können entweder am Standort belassen oder z.B. auf einem Betriebshof deponiert werden. Die Samen sterben im Laufe eines Jahres ab. Wichtig: Auf dem Weg zur Entsorgung dürfen keine Samen aus beschädigten Müllsäcken verstreut werden.
MähenDiese verbreitetste Bekämpfungsmethode ist, wenn nur zwei-
bis dreimal im Jahr durchgeführt, völlig nutzlos.
Aus der Speicherwurzel kann Heracleum in wenigen
Wochen die verlorene Blattmasse ersetzen. Im Vorjahr gemähte Pflanzen bilden meist - ähnlich solitär stehenden - außer der Hauptdolde mehrere kleinere Nebenblütendolden, die das Einsammeln der Samenstände erschweren, weil sie im dichten Bestand leicht übersehen werden. Wirksam ist Mähen nur, wenn es im Abstand von ein bis zwei Wochen über eine Vegetationsperiode hinweg geschieht, also sechs bis acht mal. Das ist nur auf Rasenflächen möglich, nicht auf unebenen oder gehölzbestandenen Standorten, die die Mehrzahl bilden . AbschlagenDas Herumschlagen mit einer Machete oder ähnlichem befriedigt
zwar schlichte Kämpferherzen, ist aber
ebenso nutzlos wie Mähen . AbstechenBeim bloßen Durchstechen der Wurzel wird entweder die Wurzelrübe selbst oder der aus ihr entspringende Stängel mit Blattansätzen durchstochen. In keinem von beiden Fällen stirbt die Pflanze ab. Wird die Wurzel durchstochen, erholt sie sich durch oberflächlich abgehende Seitenwurzeln. Das Durchstechen des Stängels ist ebenso unwirksam wie Mähen, da die Wurzelrübe neu austreibt. HerbizideAls einziges spezifisch gegen die Herkulesstaude wirksames Präparat ist Garlon 4 auf dem Markt. Fräsen:Wenn der Boden frei von Steinen und Baumwurzeln ist, kann durch evtl. mehrmaliges 10-12 cm tiefes Fräsen
mit einer Traktorfräse ein Heracleumbestand soweit ausgedünnt werden, dass die verbleibenden Wurzeln ausgegraben
werden können. Abschneiden der BlütenDie Entfernung der Blüten vor der Ausbildung von Samen ist nutzlos,
weil die Pflanze erneut Blüten bildet, die
dann in weiteren Arbeitsgängen kontrolliert und entfernt werden
müssen. Kurz und bündigDie Erfahrung hat gezeigt, dass einige Bekämpfungsmaßnahmen,
z.B. unregelmässiges Mähen, Abschlagen und
Blütenabschneiden völlig nutzlos sind. Impressum© Fragen zu diesem Leitfaden? Diese Schrift dürfen Sie auch gern als
PDF Datei herunterladen (125Kb) Weitere Informationen zum Thema finden Sie zum Beispiel hier:Gesprächsnotizen...
http://www.botanikus.de/Gift/herkules.html Wie sehen die Stauden überhaupt aus? Haftungsausschluss: Mit Urteil vom 12.Mai 1998 AZ: 312 O 85/98- "Haftung für
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